Verschlichterungsblog
Großes Zweckentfremdungs-Kino

Mit seinem Projekt SkipWaste beweist Oliver Bishop-Young, wie nice und smart und funny Ökodesign sein kann. Er nutzt Schuttcontainer einfach anders bzw. um, zum Beispiel als Tischtennisplatte oder Mini-Swimmingpool oder mobilen Balkon oder Halfpipe. Bishop-Young im O-Ton: „My work focuses on skips and looks at three main areas: exchange of waste materials, re-use of waste and making use of wasted spaces.“ Good boy.
Clip box hero

Ein Hurra für Andreas Augsten. Er hat für dich ein smartes, superflexibles, so gut wie werkzeugfreies Möbelsystem entworfen. Inspiriert durch einen offenen Würfel (der ebenso Hocker wie Regal sein kann), ließ der clevere Andreas stabile Quader aus 16 Millimeter dicken Faserplatten fertigen und in alle Seiten der Quader Löcher fräsen. So dass du mehrere Boxen übereinander platzieren und mithilfe einteiliger Bolzen aus Edelstahl fixieren kannst. Oder du stellst die Boxen Rückwand an Rückwand. Oder Kante auf Kante übereinander. Oder formst damit eine in den Raum ragende Treppe (hierfür gibt es dann zweiteilige Steckbolzen: Steckt man sie zusammen, halten sie das Regal von oben und unten.) Der clip box Clou: Du kannst dein Regal jederzeit umbauen. Ein Knopfdruck – und die Bolzenverbindung ist gelöst. Smart.
Die Antischweinegrippen-Türklinke

Bruno Gruber ist Spezialist für technische Entwicklungen (und wird von seinen Freunden auch „Patent-Gruber“ genannt). Er hat bereits einen Nordic-Walking Stock mit Fußschalter, einen Laser-Einparkhelfer und eine selbstansaugende Dosierpumpe erfunden. Zum Patent angemeldet hat er jüngst auch eine Türklinke mit antibakterieller Wirkung. Sozusagen eine Anti-Schweinegrippen-Türklinke. Insbesondere für Kliniken höchst interessant, denn dort geschieht ja jede zweite Übertragung von Krankheitskeimen über Türklinken und Griffe als Zwischenträger. Die neuentwickelte Gruber-Klinke liefert andauernden Nachschub eines antibakteriell wirkenden Mittels durch Poren oder kleine Bohrungen in der Klinkenoberfläche. Das schlicht überzeugende Funktionsprinzip: Eine doppelwandige Hülse bildet einen Hohlraum, in dem sich ein saugfähiges Material mit dem Wirkstoff befindet. Diese Hülse ist über eine Türklinke aufgesteckt. Durch Poren oder Bohrungen auf der Außenseite gelangt bei Handkontakt etwas von dem Wirkstoff auf die Haut, und auch die Außenseite der Hülse selbst.
Wird Zeit, dass aus dem Patent ein Produkt wird.
Liebe Dekarbonisierungs-elite!

In Sachen Energiesparsamkeit könnt ihr euch von Christian Kuhtz aus Kiel einige Scheiben abschneiden. Der kompromisslose Mann gibt wegweisende Bücher und Hefte im Eigenverlag heraus und vertreibt sie per Web-Shop.
Es sind Publikationen, die ganz kleines Geld kosten und dabei ganz großes Veränderungspotential haben, zum Beispiel diese Dekarbonisierungs-Knaller:
„Abwärme-Öfen aus Ziegelsteinen und Lehm“
Sparen die Hälfte Brennholz, heizen wie Kachelöfen, auch mehrere Zimmer zugleich! Planung, Arbeitsweise mit einfachen Mitteln. 9 ausführliche Bauanleitungen. 80 Seiten, Preis: 4.00 €, ISBN 3-924038-61-9
„Die Müsli-Quetsche“
3 gute Bauanleitungen für Getreidequetschen (Flocken oder Mehlschrot), Einfachstbauweise, jede Menge Werk- und Basteltricks. 48 Seiten, Preis: 4.00 €, ISBN 3-924038-32-5
„Windkraft – ganz einfach!“
2 Bauanleitungen für kleine Windräder aus Müll, genaue Erklärung, wie Strom “funktioniert” usw. 81 Seiten, Preis: 4.00 €, ISBN 3-924038-67-8
Ich wünsche ein gesundes neues Jahrzehnt.
Kyotoprotokollgemäß: Bau Bau Blocks

In Göteborg sitzt ein Netzwerk schwedischer Produktdesigner namens Creatables.
Das hat sich zur Aufgabe gemacht, aus Industrieresten und Abfall smarte Produkte zu machen. Die Bau Bau Blocks zum Beispiel sind nicht nur schön weich und ganz leise, der Clou ist: Die kleben wie verrückt zusammen, wenn man ein paar Tropfen Wasser hinzufügt. Bauklötze zum Staunen.
China, Land der Putzschlappen

Eine geradezu geniale Haushaltsproduktidee erreicht uns aus dem Land der Ding-Dynastien: die chinesischen Putzschlappen, leider nur in einer Einheitsgröße vorrätig (ca. 37-40); aber immerhin paarweise. Der Europa-Vertreiber dieser Geräte, der in Köln ansässige ok-Versand, verspricht: Den Putzlappen kann man mittels Klettverschluss abnehmen und getrennt waschen. Wow, die Chinesen denken aber auch an alles.