02. September 2009, Architektur

Die antispektakulären 2

Bäume, die durch ein Bauwerk hindurchwachsen. Eine Hütte, die nach ein paar Jahren vom Wind zerstört wird. Ein Einfamilienhausbaubudget von 140.000 Euro. Lacaton&Vassal machen das Gegenteil von Spektakelarchitektur. Sie hinterfragen jedes Projekt genau auf sein räumliches Potential – und machen Gebäude mit größtmöglicher Nutzfläche, unter Einsatz kostengünstiger Materialen. Es sind unglamouröse, effiziente und gerade deswegen total coole Gebäude, die immer auf intelligente Weise mit dem Umfeld/der Landschaft kommunizieren. Denn es geht Lacaton&Vassal bei jeder Bauaufgabe um die Schaffung „optimaler Atmosphären“ – egal ob Einfamilienhaus in Bordeaux, Palais de Tokyo in Paris, Jugendherberge in Biarritz oder Strohhütte am Niger.

Die unprätentiöse Haltung und den Sinn fürs Wesentliche, für Bescheidenheit und Flexibilität haben Lacaton&Vassal übrigens prägenden Erfahrungen aus Afrika zu verdanken. Dort haben sie eine Grundüberlebensregel verinnerlicht:
Aus nichts alles machen.