16. März 2010, Aktion

Kernkompetenz Auto-abstinenz

Sei ein guter Umweltfreund und übe dich im Autoverzicht. Wie die Wiener in ihrem Stadtviertel Floridsdorf. Oder die Freiburger in ihrem Stadtviertel Vauban:
„Das autofreie Stadtviertel Floridsdorf in Wien besteht schon seit zehn Jahren. Bei Einzug verpflichten sich dort die Mieter, ohne Auto zu leben. Die Stadtverwaltung gab nun eine Studie in Auftrag, um die Lebenssituation im Bezirk zu untersuchen. Die Ergebnisse sind durchaus interessant: so wird das Fahrrad im Vergleich zum Wiener Durchschnitt etwa zehnmal so häufig genutzt! Im Durchschnitt kommen auf jeden Bewohner 1,5 Fahrräder – gerechnet wurde mit 2,5 Fahrrädern pro Haushalt, so dass zusätzliche Fahrradboxen und Unterstellmöglichkeiten nötig wurden. Besonders auffallend: etwa ein Viertel aller Bewohner gab das Auto auf, um in die Siedlung ziehen zu können. Der Wille für ein anderes Verkehrsverhalten ist also durchaus vorhanden, sobald das entsprechende Umfeld geschaffen ist.
Im Freiburger Vauban-Viertel (über das vor kurzem sogar in der New York Times berichtet wurde) ist dieser Anteil laut einer anderen Studie sogar noch höher: 57% der Bewohner verkauften dort ihr Auto, um einziehen zu können. Dabei war der Autoverzicht dort freiwillig, die Bewohner konnten Parkplätze im benachbarten Parkhaus zu Marktpreisen (ca. 10.000 €) erwerben. Diejenigen, die dies “zur Sicherheit” taten, merkten zu ihrer eigenen Überraschung, dass sie die Flächen so gut wie gar nicht nutzten.
Überraschend ist auch, dass laut der Wiener Studie in den europäischen Ballungszentren und urbanen Gebieten etwa 40% der Haushalte ohne Auto leben. Es wird Zeit, dass sich diese Gruppe endlich der Politik gegenüber bemerkbar macht. Das Auto ist in den Städten sehr viel präsenter, als sich rational rechtfertigen lässt.“
(Siehe: Autofreie-Stadt.de)

08. November 2009, Aktion

Mantel gegen soziale Kälte

Eine total sozialkompetente Idee: Obdachlose für den Winter mit gespendeten Mänteln zu versorgen. Land’s End, ein großer amerikanischer Bekleidungshersteller und -händler, hatte sie – und offenbar auch Geld genug, um eine Kampagne zu starten, die generell auf Probleme der Armut in Boston aufmerksam macht. Die Website zur Kampagne heißt „The Big Warmup“ und ist so grandios aufwendig gemacht, dass man sich fragt: Ist das vielleicht etwas zu schön für das bittere Thema? Etwas zu brillant in der grafischen Aufbereitung? Etwas zu sophisticated für Leute, die nur schnell helfen wollen? Egal, ob die Seite ein wirklich ernst gemeintes Fundraising-Tool ist oder vor allem Profilierung der Firma im Sinn hat: Die Idee „Spende einen Mantel für Obachlose“ ist es wert, nicht in Boston stecken zu bleiben.

08. November 2009, Aktion

Relevanzfaktor Spaß

Die fun theory geht so: Spaß ist der einfachste, schnellste Weg, um menschliches Verhalten zum Besseren zu verändern. Die von Volkswagen gesponsorte Initiative dazu geht so: Entwickle spaßbetonte Ideen und Erfindungen zur Förderung des Umweltbewusstseins und gutmenschlichen Verhaltens – und schick sie bis zum 15. Dezember ein.

Es gibt bereits Ideen und Erfindungen wie diese: Der 08/15 Papierkorb: mit eingebautem Lautsprecher, mehrsekündigem Pfeifgeräusch, das suggeriert, der Dreck falle in einen tiefen Schacht. Oder die Treppe, die wie eine Klaviertastatur funktioniert: Sie erzeugt beim Stufensteigen Töne und soll so Passanten von der ungesunden Unart abhalten, im Zweifel lieber die Rolltreppe zu nutzen. Oder der Altglascontainer als geheimnisvoll blinkender Behälter: mit Display, das bei Benutzung daddelt wie ein Flipperautomat und jeden erfolgreichen Flascheneinwurf mit Punkten belohnt.
Topp sie!