26. August 2010, / Architektur

Ultrahippe Effizienzarchitektur: der „domestic transformer“

In Hongkong, wo unendlich viele Menschen auf unendlich wenig Raum leben, hat der Architekt Gary Chang eine ultrahippe und dazu superoköfreundliche Residenz geschaffen. Mit einem genialen System aus „sliding walls“ wird aus einem stinknormalen 32-Quadratmeterraum ein futuristisches 24-Raum-Apartment. Chang, das Raumwunderkind, nennt sein Meisterwerk an Effizienz und Geschmeidigkeit „domestic transformer“. Denn: „The room transforms and I’m always here, I don’t move.“

11. April 2010, Architektur

Lob des Erdwärmetauschers

Solltest du darüber nachdenken, ein Passivhaus zu beziehen oder zu bauen, kann ich dir nur zurufen: Jawoll. Das ist eine sehr gute Aktivität. Denn: „Das Grundprinzip des Passivhauses (ist): Wärmeverlust vermeiden und natürliche Wärme nutzen. Um die Verluste zu minimieren, werden die Hauswände stark gedämmt, die Fenster dreifach verglast und das Haus wird fast luftdicht gemacht. Große Fenster an der Südseite fangen die Sonnenstrahlen ein und reduzieren so den Wärmebedarf. Die Außenluft läuft zunächst durch einen Erdwärmetauscher in etwa einem Meter Tiefe. Der wärmt die Luft mit Hilfe der Wärme des Bodens selbst im Winter schon auf null bis 5 Grad vor. Anschließend erhitzt ein Luft-Wärmetauscher sie auf rund 16 bis 18 Grad. Dazu wird die Wärme der technischen Geräte mit der vorgewärmten Außenluft in Berührung gebracht, auch die Wärme vom Kochen, Duschen sowie die der Bewohner heizt mit. Mindestens 75% der Abwärme des Hauses wird so wieder genutzt. Die wenigen Grad, die dann noch bis zur gewünschten Raumtemperatur fehlen, produziert ein Nachheizregister. Es wird von der Heizungsanlage gespeist, die auch für die Warmwasseraufbereitung nötig ist. Die Heizung kann klassisch mit Öl und Gas betrieben werden. Bei Passivhäusern ist die Heizung häufig eine solarthermische Anlage auf dem Dach, in der die Sonne keinen Strom produziert, sondern Wasser erwärmt.“ (via FAS, 11. April 2010)

08. März 2010, Architektur

Großes Zweckentfremdungs-Kino

Mit seinem Projekt SkipWaste beweist Oliver Bishop-Young, wie nice und smart und funny Ökodesign sein kann. Er nutzt Schuttcontainer einfach anders bzw. um, zum Beispiel als Tischtennisplatte oder Mini-Swimmingpool oder mobilen Balkon oder Halfpipe. Bishop-Young im O-Ton: „My work focuses on skips and looks at three main areas: exchange of waste materials, re-use of waste and making use of wasted spaces.“ Good boy.

07. Oktober 2009, Architektur

Das schönste Einpersonenhaus der Welt

„Hermit’s Cabin“ ist ein suburbanes Traumhäuschen. Außen märchenhaft hölzern und schön, ist es innen mit dem Nötigsten ausgestattet: 1 Ofen, 1 Boiler, 1 Bett, Tisch, 1 Stuhl, 1 Garderobe und 1 Regal. Der Designer Mats Theselius meint zu seiner architektonischen Grundsatzerklärung der Schlichtheit: „The Hermit’s Cabin raises the issue of the individual versus society, and of mankind’s fundamental need for solitude. It’s about our origins and our relation to nature from the perspective of the urban society. Therefore the cabin is filled with most of the things a person need rather than the religious notion of the aesthetic or the most basic. Here you can light a fire, eat, sleep, read, doze or quite simply do nothing.”
Passt ideal in einen großen Garten oder kleinen Wald.
www.smallhousestyle.comt

02. September 2009, Architektur

Die antispektakulären 2

Bäume, die durch ein Bauwerk hindurchwachsen. Eine Hütte, die nach ein paar Jahren vom Wind zerstört wird. Ein Einfamilienhausbaubudget von 140.000 Euro. Lacaton&Vassal machen das Gegenteil von Spektakelarchitektur. Sie hinterfragen jedes Projekt genau auf sein räumliches Potential – und machen Gebäude mit größtmöglicher Nutzfläche, unter Einsatz kostengünstiger Materialen. Es sind unglamouröse, effiziente und gerade deswegen total coole Gebäude, die immer auf intelligente Weise mit dem Umfeld/der Landschaft kommunizieren. Denn es geht Lacaton&Vassal bei jeder Bauaufgabe um die Schaffung „optimaler Atmosphären“ – egal ob Einfamilienhaus in Bordeaux, Palais de Tokyo in Paris, Jugendherberge in Biarritz oder Strohhütte am Niger.

Die unprätentiöse Haltung und den Sinn fürs Wesentliche, für Bescheidenheit und Flexibilität haben Lacaton&Vassal übrigens prägenden Erfahrungen aus Afrika zu verdanken. Dort haben sie eine Grundüberlebensregel verinnerlicht:
Aus nichts alles machen.

02. September 2009, Architektur

Das Microhouse

Jeder sollte in seinem Leben die Möglichkeit haben, ein eigenes Haus zu bauen und zu bewohnen, oder? Zum Glück sehen das auch immer mehr Architekten so und versuchen clevere und dabei vor allem bezahlbare Mini-Häuser zu entwickeln. Die besten Minihäuser bestechen durch Cleverness in allen architektonisch relevanten Bereichen: radikal einfacher Grundriss; Einbeziehung der günstig vorhandenen Natur; verblüffende Raumausnützung; knappes Budget, das die Wahl der Materialien bestimmt.
Hier ein gutes Beispiel: www.microhouse.at