04. Juni 2010, / Produkte

Der Entschnörkler

Wer wirklich erfahren will, was innovatives, unaufdringliches, ästhetisches Design ist, das ein Produkt verständlich und brauchbar macht; und eins, das außerdem umweltfreundlich und langlebig ist; der fährt schleunigst nach Frankfurt und wandelt mit großen, freudentränenfeuchten Augen durch die Ausstellung „Less and More. Das Design Ethos von Dieter Rams“. Seit 22.5 und noch bis 5.9. im Museum für Angewandte Kunst.

09. Mai 2010, / Allgemein

Der Mensch-zu-Mensch-Kredit

Für dich als Vernunftkonsument hier eine durchaus interessante Botschaft: Es scheint sich eine neue Form der Kreditvergabe durchzusetzen: Onlineplattformen, die als Marktplatz Kredite von Mensch zu Mensch vermitteln. Das Konzept nennt sich „Social Lending“. Es verknüpft Kreditbedürftige direkt mit Privatinvestoren, die ihr Geld sinnvoll anlegen wollen – also lieber in einen Kindergarten als in ein Atomkraftwerk. „Social Lending“ will vieles anders machen als die old-school-Banken, was aber nicht heißt, dass der ganze Kreditierprozess total easy und lax und ohne Kontrolle abläuft. Die Prüfung der Kreditsuchenden z.B. ist genauso hart wie bei den alten Banken: Du musst Schufa, Einkommensnachweise, Betriebsergebnisse vorlegen, hast dann aber als Kleinunternehmer, Selbständiger, Älterer oder junger Mensch ohne festes Einkommen wirklich gute Chancen, Geld zu fairen Zinssätzen zu bekommen. Als seriöse und überlebensfähige Unternehmen mit neuer korrekter Kredithaltung gelten u.a.: Zopa, Prosper, Smava und Kiva (Hier vergibt man total zinslose Kredite an Kleinunternehmen aus Entwicklungsländern).
(via taz.de)

21. April 2010, Produkte

Kein Scheiß: das Kompost-Pöttchen

Ein Angebot, das du, umweltbewusster stolzer Babybesitzer, nicht ablehnen kannst: Hier ist ein Töpfchen, das, nachdem es ausgedient hat, geschmeidig im Garten entsorgt werden kann. Einfach vergraben und Blumensamen draufgeben. Das Töpfchen verrottet nämlich innerhalb von 2 bis 3 Jahren komplett, um nicht zu sagen: es kompostiert. Und ist damit natürlich viel korrekter als seine Konkurrenzpöttchen aus Plastik. Es heißt Becopotty und besteht aus recycelter Pappe, Reisspelzen und Bambus. Spezielle Aminosäuren binden das Material zusammen und lösen sich auf, wenn du das Pöttchen in Feuchtwarmgebiete wie die Gartenerde bettest.

11. April 2010, Architektur

Lob des Erdwärmetauschers

Solltest du darüber nachdenken, ein Passivhaus zu beziehen oder zu bauen, kann ich dir nur zurufen: Jawoll. Das ist eine sehr gute Aktivität. Denn: „Das Grundprinzip des Passivhauses (ist): Wärmeverlust vermeiden und natürliche Wärme nutzen. Um die Verluste zu minimieren, werden die Hauswände stark gedämmt, die Fenster dreifach verglast und das Haus wird fast luftdicht gemacht. Große Fenster an der Südseite fangen die Sonnenstrahlen ein und reduzieren so den Wärmebedarf. Die Außenluft läuft zunächst durch einen Erdwärmetauscher in etwa einem Meter Tiefe. Der wärmt die Luft mit Hilfe der Wärme des Bodens selbst im Winter schon auf null bis 5 Grad vor. Anschließend erhitzt ein Luft-Wärmetauscher sie auf rund 16 bis 18 Grad. Dazu wird die Wärme der technischen Geräte mit der vorgewärmten Außenluft in Berührung gebracht, auch die Wärme vom Kochen, Duschen sowie die der Bewohner heizt mit. Mindestens 75% der Abwärme des Hauses wird so wieder genutzt. Die wenigen Grad, die dann noch bis zur gewünschten Raumtemperatur fehlen, produziert ein Nachheizregister. Es wird von der Heizungsanlage gespeist, die auch für die Warmwasseraufbereitung nötig ist. Die Heizung kann klassisch mit Öl und Gas betrieben werden. Bei Passivhäusern ist die Heizung häufig eine solarthermische Anlage auf dem Dach, in der die Sonne keinen Strom produziert, sondern Wasser erwärmt.“ (via FAS, 11. April 2010)

16. März 2010, Aktion

Kernkompetenz Auto-abstinenz

Sei ein guter Umweltfreund und übe dich im Autoverzicht. Wie die Wiener in ihrem Stadtviertel Floridsdorf. Oder die Freiburger in ihrem Stadtviertel Vauban:
„Das autofreie Stadtviertel Floridsdorf in Wien besteht schon seit zehn Jahren. Bei Einzug verpflichten sich dort die Mieter, ohne Auto zu leben. Die Stadtverwaltung gab nun eine Studie in Auftrag, um die Lebenssituation im Bezirk zu untersuchen. Die Ergebnisse sind durchaus interessant: so wird das Fahrrad im Vergleich zum Wiener Durchschnitt etwa zehnmal so häufig genutzt! Im Durchschnitt kommen auf jeden Bewohner 1,5 Fahrräder – gerechnet wurde mit 2,5 Fahrrädern pro Haushalt, so dass zusätzliche Fahrradboxen und Unterstellmöglichkeiten nötig wurden. Besonders auffallend: etwa ein Viertel aller Bewohner gab das Auto auf, um in die Siedlung ziehen zu können. Der Wille für ein anderes Verkehrsverhalten ist also durchaus vorhanden, sobald das entsprechende Umfeld geschaffen ist.
Im Freiburger Vauban-Viertel (über das vor kurzem sogar in der New York Times berichtet wurde) ist dieser Anteil laut einer anderen Studie sogar noch höher: 57% der Bewohner verkauften dort ihr Auto, um einziehen zu können. Dabei war der Autoverzicht dort freiwillig, die Bewohner konnten Parkplätze im benachbarten Parkhaus zu Marktpreisen (ca. 10.000 €) erwerben. Diejenigen, die dies “zur Sicherheit” taten, merkten zu ihrer eigenen Überraschung, dass sie die Flächen so gut wie gar nicht nutzten.
Überraschend ist auch, dass laut der Wiener Studie in den europäischen Ballungszentren und urbanen Gebieten etwa 40% der Haushalte ohne Auto leben. Es wird Zeit, dass sich diese Gruppe endlich der Politik gegenüber bemerkbar macht. Das Auto ist in den Städten sehr viel präsenter, als sich rational rechtfertigen lässt.“
(Siehe: Autofreie-Stadt.de)

08. März 2010, Architektur

Großes Zweckentfremdungs-Kino

Mit seinem Projekt SkipWaste beweist Oliver Bishop-Young, wie nice und smart und funny Ökodesign sein kann. Er nutzt Schuttcontainer einfach anders bzw. um, zum Beispiel als Tischtennisplatte oder Mini-Swimmingpool oder mobilen Balkon oder Halfpipe. Bishop-Young im O-Ton: „My work focuses on skips and looks at three main areas: exchange of waste materials, re-use of waste and making use of wasted spaces.“ Good boy.