Verschlichterungsblog
Liebe Dekarbonisierungs-elite!

In Sachen Energiesparsamkeit könnt ihr euch von Christian Kuhtz aus Kiel einige Scheiben abschneiden. Der kompromisslose Mann gibt wegweisende Bücher und Hefte im Eigenverlag heraus und vertreibt sie per Web-Shop.
Es sind Publikationen, die ganz kleines Geld kosten und dabei ganz großes Veränderungspotential haben, zum Beispiel diese Dekarbonisierungs-Knaller:
„Abwärme-Öfen aus Ziegelsteinen und Lehm“
Sparen die Hälfte Brennholz, heizen wie Kachelöfen, auch mehrere Zimmer zugleich! Planung, Arbeitsweise mit einfachen Mitteln. 9 ausführliche Bauanleitungen. 80 Seiten, Preis: 4.00 €, ISBN 3-924038-61-9
„Die Müsli-Quetsche“
3 gute Bauanleitungen für Getreidequetschen (Flocken oder Mehlschrot), Einfachstbauweise, jede Menge Werk- und Basteltricks. 48 Seiten, Preis: 4.00 €, ISBN 3-924038-32-5
„Windkraft – ganz einfach!“
2 Bauanleitungen für kleine Windräder aus Müll, genaue Erklärung, wie Strom “funktioniert” usw. 81 Seiten, Preis: 4.00 €, ISBN 3-924038-67-8
Ich wünsche ein gesundes neues Jahrzehnt.
Kyotoprotokollgemäß: Bau Bau Blocks

In Göteborg sitzt ein Netzwerk schwedischer Produktdesigner namens Creatables.
Das hat sich zur Aufgabe gemacht, aus Industrieresten und Abfall smarte Produkte zu machen. Die Bau Bau Blocks zum Beispiel sind nicht nur schön weich und ganz leise, der Clou ist: Die kleben wie verrückt zusammen, wenn man ein paar Tropfen Wasser hinzufügt. Bauklötze zum Staunen.
China, Land der Putzschlappen

Eine geradezu geniale Haushaltsproduktidee erreicht uns aus dem Land der Ding-Dynastien: die chinesischen Putzschlappen, leider nur in einer Einheitsgröße vorrätig (ca. 37-40); aber immerhin paarweise. Der Europa-Vertreiber dieser Geräte, der in Köln ansässige ok-Versand, verspricht: Den Putzlappen kann man mittels Klettverschluss abnehmen und getrennt waschen. Wow, die Chinesen denken aber auch an alles.
Alles kann schön sein

Sagt Marcel Duchamp, der Erfinder des Kreativrecyclings und Schutzheilige dieses lobenswerten Buchs mit dem Titel: ReadyMade – How to make (almost) everything a do-it-yourself primer. Es lehrt uns auf unaufdringliche Weise den achtsamen Umgang mit fundamentalen Materialien wie Papier, Plastik, Metall, Glas. Und es macht uns Mut, Babykrabbelteppiche aus Einkaufstüten, Studenten-Lounge-Sessel aus Plastikflaschen, Fahrradständer aus einer Europalette, bizarre Raumtrenner aus Bierdosen oder ein avantgardististisches Weinregal zu bauen, in dem Kleiderbügel die Hauptrolle spielen. Nützlich kann schön sein.
Nelly the elefant

So heißt diese elefantengraue, rüsselartige Stehlampe aus total herkömmlichem Material: 2 x Abwasserrohrbogen (90 Grad, Ø 50mm), 1 Abwasserrohr (Ø 50mm), 1 Abwasserrohr-T-Stück (110 × 110 × 50mm), 1 Kippschalter, 1 x LED (220V), Kabel mit Stecker. Laut Designer/Erfinder (Malo Gig, München) sind alle Zutaten im Baumarkt erhältlich. Folgendermaßen zusammengebaut, ergeben sie eine fantastisch formschöne Lichtquelle: „Das dicke Rohr des T-Stücks in der Mitte durchsägen (Lampenfuß). In das Rohr einen kleinen Auslass für den Kippschalter bohren, Kippschalter verkabeln und Kabel durch das Rohr, dann durch die beiden Rohrbögen führen. LED verkabeln und in den ersten Rohrbogen reindrücken. Rohre zusammensetzen.“
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Große Recyclingkunst

Die Produktdesignerin Julia Lohmann lebt und arbeitet im Norden Londons. Sie gestaltet Sitzbänke in Kuhform (jeweils mit dem Leder eines einzigen Tieres bezogen) und Lampen aus getrocknetem Seetang oder konservierten Schafmägen. Sie macht Hä?-Design: Design, das irgendwie beunruhigende Fragen stellt. Zum Beispiel nach dem Respekt vor der Natur (und den sich in ihr tummelnden Tieren und Pflanzen). Nach dem Wert von Wesen. Nach der Flüchtigkeit unserer voll auf Verwertung getrimmten Gesellschaft. Schön ungemütlich. www.julialohmann.co.uk/work/gallery/flock/