20. September 2009,

Aufruf zum Indieduschepinkeln!

Im Schnitt werden circa 12 Liter Trinkwasser pro Klospülung verschwendet (das macht 4380 Liter pro Person pro Jahr). Der reine Industrienationenwahnsinn. In Brasilien wird deshalb schon auf äußerst charmante Art zur einer rigoros-simplen Methode des Wassersparens aufgefordert: Indieduschepinkeln!

19. September 2009, Produkte

Duschen im Privatdschungel

Der japanische Designer Jun Yasumoto hat ein Badezinmmer für Wasserverschwendungsfeinde entworfen. Er nennt es „phyto purification bathroom“. Es besteht aus einer Dusche, die in eine Wasserpflanzenlandschaft integriert ist und wie ein Mini-Ökosystem funktioniert. Man kann in seinem Privatdschungel besten Gewissens so lange duschen, wie man will. Denn das Duschwasser wird immer wieder – rein pflanzlich – neu aufbereitet. Sand dient als natürlicher Filter der gröbsten Partikel, Schilf siebt die Schwermetalle aus, Schwimmpflanzen wie Wasserhyazinten machen das Superduperökoystem komplett. (Zumindest theoretisch) total überzeugend, oder? www.junyasumoto.com

09. September 2009, Produkte

Hilfeichbrauchehilfe

„Help remedies“ sind eine Mischung aus Designobjekt und Arzneimittel. Die aparten weißen Päckchen aus Presspapier enthalten kleine, zusatzstoffreie Helfer gegen die gängigsten Beschwerden: Aspirin gegen Kopfschmerzen, Ibuprofen gegen Ganzkörperschmerzen oder Pflaster bei Schnittwunden. Die beiden amerikanischen Werber Richard Fine und Nathan Frank, Erfinder der „help remedies“ äußern sich über ihre Idee folgendermaßen: „While some health problems are large, complicated and frightening, most problems are not the end of the world. A kind word and a little help can get you on your way. „Help Remedies“ was created to make solving simple health issues simple. We find the best solution there is, and take away everything else. By stripping away some of the complexity and fear mongering of the health industry, we hope to make medicine friendlier and more accessible, and in doing so empower people to make their own health decisions. We think a little help, honesty and kindness will go a long way.“ www.helpineedhelp.com

02. September 2009, Produkte

Die Gelötemanufaktur

Lockengelöt ist der Name einer astreinen Manufaktur. Das Produktionsprinzip: Zweckentfremdung und Recycling von Alltagsgegenständen. Seit 2004 machen Dennis Schnelting & Carsten Trill, die Lockengelötchefs, Ölfässer zu Schranksystemen, farbige Schallplatten zu Wandleuchten oder Bücher zu Garderoben. Sie verkaufen die Gelöteartikel im angeschlossen Shop auf St.Pauli und hier: www.lockengeloet.com. Was „Lockengelöt“ genau bedeutet? Irgendwas Technisches, eine komplexe Apparatur. Genaueres bitte beim Studio Braun erfragen, den ursprünglichen Wortschöpfern. www.studiobraun.de

02. September 2009, Produkte

Von holländischen Verschlichterungs-fanatikern empfohlen:

Aus Holland erreicht uns diese interessante Produktanpreisung:
„Der Wattcher hilft dir beim Stromsparen. Er besteht aus einem Sensor, einem Sendegerät und aus einer Anzeige. Der Sensor kann auf jedem beliebigen Stromzähler platziert werden. Der Sensor wird an das Sendegerät angeschlossen. Beide werden im Stromkasten angebracht. Das Sendegerät schickt ein Funksignal zur Anzeige, die in jede (Eurostandard) Steckdose gesteckt werden kann.
Der Wattcher zeigt den Energieverbrauch in Zahlen. Außerdem pulsiert die Anzeige langsam, wenn der Energieverbrauch niedrig ist, und schneller, wenn der Energieverbrauch hoch ist. Man kann sofort sehen, wenn mehr Energie verwendet wird. Wie bei einem pochenden Herzen.
Der Wattcher zeigt: a) den gegenwärtigen Energieverbrauch (Watt): wie viel Energie in diesem Moment verwendet wird, b) den den gesamten Stromverbrauch der letzten 24 Stunden; c) den angestrebten Energieverbrauch: Wie hoch ist dein Tagesverbrauch verglichen mit der angestrebten Menge. Sparst du wirklich Energie?
Der Wattcher selbst hat einen vorbildlich niedrigen Energieverbrauch. Das gesamte Produkt (Sensor, Sendeeinheit und Anzeige) verbraucht weniger als 1 Watt.“

Bitte selbst gucken und ggf. testen: www.wattcher.nl/deutsch

02. September 2009, Architektur

Die antispektakulären 2

Bäume, die durch ein Bauwerk hindurchwachsen. Eine Hütte, die nach ein paar Jahren vom Wind zerstört wird. Ein Einfamilienhausbaubudget von 140.000 Euro. Lacaton&Vassal machen das Gegenteil von Spektakelarchitektur. Sie hinterfragen jedes Projekt genau auf sein räumliches Potential – und machen Gebäude mit größtmöglicher Nutzfläche, unter Einsatz kostengünstiger Materialen. Es sind unglamouröse, effiziente und gerade deswegen total coole Gebäude, die immer auf intelligente Weise mit dem Umfeld/der Landschaft kommunizieren. Denn es geht Lacaton&Vassal bei jeder Bauaufgabe um die Schaffung „optimaler Atmosphären“ – egal ob Einfamilienhaus in Bordeaux, Palais de Tokyo in Paris, Jugendherberge in Biarritz oder Strohhütte am Niger.

Die unprätentiöse Haltung und den Sinn fürs Wesentliche, für Bescheidenheit und Flexibilität haben Lacaton&Vassal übrigens prägenden Erfahrungen aus Afrika zu verdanken. Dort haben sie eine Grundüberlebensregel verinnerlicht:
Aus nichts alles machen.